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Bondage

Der aus dem Englischen stammende Begriff bedeutet unter anderem Unfreiheit oder Knechtschaft und bezeichnet innerhalb der BDSM-Szene Praktiken zur Fesselung oder Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Das Ziel ist überwiegend die sexuelle Stimulation; es gibt allerdings Sonderformen, bei denen das Bondage aus ästhetischen oder anderen Gründen eingesetzt wird. Der selten verwendete Ausdruck vincilagnia (aus dem Lateinischen: vincio – mit Ketten fesseln und lagneia – Lust) bezeichnet die sexuelle Erregbarkeit durch Restriktionen oder Fesselungen.

Grundlagen

Bondage wird mit allen seinen Varianten im mehrschichtigen Akronym BDSM durch den Buchstaben B repräsentiert. Das Akronym setzt sich zusammen aus Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission, Sadismus & Masochismus. Bondage spielt in allen diesen Bereichen eine Rolle, kann aber auch losgelöst von den anderen Praktiken des BDSM als eine eigenständige Praktik ausgeübt werden. Sexualität und ist ein wichtiger Aspekt innerhalb des Bondage, allerdings sind sie häufig nicht Selbstzweck. Weitere Schwerpunkte können in der Ästhetik, der Empfindung und der Konzentration gesetzt werden.

Wie in allen anderen Bereichen des BDSM wird während der eigentlichen Handlung, hier der Fesselung, die Gleichberechtigung der Partner aufgehoben. Derjenige, der sich fesseln lässt (Bottom), gibt die Kontrolle und Eigenständigkeit für einen definierten Zeitraum an denjenigen ab, der aktiv fesselt (Top). Der für diese Machtübertragung im Jargon der Subkultur oft verwendete Begriff lautet Power ExchangeSafe, Sane, Consensual“ (SSC) beziehungsweise „Risk aware consensual Kink“ (RACK) etabliert. sexuelle Selbstbestimmung.

Motivation und Verbreitung

Bondage ist ausserhalb der Subkultur eine der bekanntesten Praktiken aus dem Spektrum der BDSM-Spielarten und wird vielfach mit anderen Praktiken kombiniert. Dabei reichen die angewandten Techniken von der spielerischen Verwendung innerhalb der nicht BDSM-bezogenen Sexualität, dem sogenannten Vanillasex, bis hin zur professionellen Anwendung und Vorführung durch japanische Bondagekünstler. Bondage kann Vorspiel eines erotischen Rollenspiels sein, als einzige Praktik innerhalb einer Session angewandt werden oder als ästhetisches Element ausserhalb einer sexuellen Handlung oder Session eingesetzt werden.

Wie bei vielen Studien über menschliches Sexualverhalten und sexuelle Phantasien sind nicht alle verfügbaren Untersuchungen zuverlässig wissenschaftlich fundiert, beispielsweise stammen sie aus Newsgroups oder basieren auf Umfragen in Szenemagazinen, teilweise sind die Untersuchungen veraltet. Durch die Nähe der sadomasochistischen Praktiken zum Bondage und nur 11% der männlichen und der weiblichen amerikanischen Durchschnittsbevölkerung hatten laut des 1993 erschienenen Janus Report on Sexual Behavior Erfahrungen mit Bondage gemacht.

Die Gründe, warum Menschen sich fesseln lassen, sind vielfältig. In der weitgehenden körperlichen Passivität fühlen sich manche Menschen frei, können sich dabei auf ihr Inneres konzentrieren und kommen zur Ruhe, wie ein Teilnehmer an einer Studie zur Motivation beschreibt: “Some people have to be tied up to be free” (engl. „Manche müssen gefesselt sein, um frei zu sein“) Andere Menschen empfinden Ohnmacht, kämpfen gegen die Fesseln an und empfinden teilweise darüber hinaus ein masochistisches Vergnügen an den Begrenzungen und Schmerzen (Lustschmerz) sowie der symbolischen Herabsetzung oder des unabwendbaren Zugriffs für erotische Stimulationen durch den Partner.

Die Gründe für den aktiven Menschen, seinen Partner zu fesseln liegen meist im Vergnügen an der erotischen Unterordnung seines Partners und dem dabei subjektiv empfundenen Machtgefälle und dessen Visualisierung. Für den Sadomasochisten ist Bondage häufig Mittel zum Zweck, beispielsweise um die gefesselte Person für darauf folgende sadomasochistische Praktiken gesichert zu wissen. Auch Optik und Haptik können eine Rolle spielen, Fesselungen aus dem ästhetischen Empfinden heraus sind häufig.

Sicherheit

Um Gesundheitsschäden auszuschliessen, sollten bei allen Bondage-Aktionen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. BDSM-Ratgeber empfehlen, die persönlichen Grenzen abzusprechen und ein Codewort oder Codezeichen für Notfälle zu vereinbaren, in denen das Spiel sofort abgebrochen werden muss. In Deutschland wird bei Partys das Wort „Mayday“ als allgemeingültiges Safeword anerkannt. Neben grundlegenden und weitgehend allgemein gültigen Sicherheitsmassnahmen im BDSM und Safer sind im Bondage noch einige spezifische Sicherheitsregeln etabliert.

Eine wesentliche Bedingung für eine gelungene und für Aktive und Passive zufriedenstellende Fesselung ist das volle Vertrauen aller Beteiligten zueinander. Da die passive, gefesselte Person dem aktiven Partner gegebenenfalls hilflos ausgeliefert ist, muss sie sich uneingeschränkt auf die vereinbarten Grenzen und auf die Gültigkeit des Safewords verlassen können. Umgekehrt muss sich der aktive Part darauf verlassen können, dass der Passive in der Lage ist, vorab eine realistische und selbstbewusste Einschätzung seiner Möglichkeiten und vor allem eventueller gesundheitlicher und mentaler Einschränkungen abzugeben. Diese vor der eigentlichen Session stattfindende Kommunikation über Wünsche, Grenzen und Vorstellungen wird als Negotiation bezeichnet, sie ist ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit.

Grundsätzlich können Unfälle und dauerhafte gesundheitliche Schäden durch die Anwendung einfacher Sicherheitsmassnahmen und ein Mindestmass anatomischer Kenntnisse vermieden werden. Einfachste Vorsichtsmassnahmen sind zum Beispiel das Bereitlegen einer Verbandschere, sicheres Aufbewahren von Zweitschlüsseln für Schlösser und Handschellen oder das Vermeiden von Fesselungen an Hals und Gelenken um Ohnmachten und bleibende Nervenschäden zu verhindern.

Viele in Bondagefotos und -videos dargestellte, besonders eindrucksvolle Szenen wurden von Experten, die man als Rigger bezeichnet, inszeniert und sollten nicht ohne genaue Kenntnis der Technik, grundlegendes anatomisches und physikalisches Wissen und eine entsprechende Erfahrung nachgeahmt werden. Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen des Bondage und des BDSM, die mit den Ängsten des Gefesselten spielen, Atemkontrolle einsetzen oder Tötungsszenarien andeuten. Auch einige der sehr kunstvollen japanischen Bondages sind erst nach jahrelanger Erfahrung und Erreichen eines sehr hohem fachlichen Niveaus für den Passiven ungefährlich oder zumindest risikooptimiert durchführbar.

Als besonders risikoreiche Sonderform des Bondage gilt die Selbstfesselung. Self-Bondage (üblicher Begriff) ist eine Art des Bondage, bei der eine Person sich selbst fesselt, um daraus sexuelle Befriedigung zu erhalten. Für ein möglichst authentisches Gefühl des Gefesselt-Seins werden teilweise Zeitschaltuhren verwendet, Schlüssel in Eisblöcke eingefroren oder selbstentwickelte Gerätschaften angewendet, um die Fesselung innerhalb eines gewissen Zeitfensters nicht selbst wieder entfernen zu können (sogenanntes Tunnelspiel). Unter Sicherheitsaspekten ist Self-Bondage in Extremfällen problematisch und hoch gefährlich, denn dabei wird eine der grundlegenden Sicherheitsregeln des Bondage „eine gefesselte Person niemals alleine lassen“ von vornherein verletzt. Eine Fesselung, die der Gefesselte im Notfall selbst nicht schnell genug lösen kann, kann zu ernsthaften Schäden führen. Insbesondere Fesselungen, die mit Asphyxie kombiniert werden, um durch den Sauerstoffmangel den Orgasmus zu verstärken, haben in der Vergangenheit immer wieder zu Todesfällen geführt.

Arten

Bondage kann auf Grund seiner Vielschichtigkeit und Verbreitung in unterschiedliche Arten eingeteilt werden, die über die verwendete Technik und das Material jedoch keine oder nur bedingte Aussage machen, sondern die Einteilung erfolgt nach Zweck oder Motivation der Fesselung:

Zweckbondage gehört zu den ausserhalb des BDSM bekanntesten Varianten und bezeichnet die Fesselung zur Fixierung des Partners, beispielsweise um ihn für ein nachfolgendes Spanking bewegungsunfähig zu machen. Ist das Bondage reiner Selbstzweck, um den Bottom beispielsweise in einer unangenehmen Position verharren zu lassen, handelt es sich nicht um Zweckbondage.

Zierbondage werden Bondages genannt, die als dekoratives Element verwendet werden, beispielsweise für Fotografien, zur Betonung bestimmter Körperteile oder als „Kleidungsstück“ auf einer Fetischparty.

Folterbondage hat das Ziel den Bottom in eine unangenehme oder schmerzhafte Lage zu bringen, möglicherweise als Strafe oder als eigenständiges Element des sexuellen Spiels. Jede Fesselung kann, sofern sie über einen längeren Zeitraum angewandt wird, den Charakter einer Folterbondage annehmen. Über die Häufigkeit des Einsatzes dieser Art lässt sich nur spekulieren, sie wird jedoch überproportional häufig, vor allem in japanischen Zeichnungen, und Fotografien dargestellt.

Filmbondage taucht als Element vor allem im Bereich gewaltfreier Fetischdarstellungen auf, dient dabei weder der Nützlichkeit noch der Ästhetik und beschreibt Fesselungen, aus denen sich der Gefesselte offensichtlich ohne grössere Anstrengung selbst befreien könnte.

Meditative Form, eine seltene Form im europäischen Bondage. Im Shibari ein wichtiger, möglicherweise aus der mönchischen Tradition heraus entstandener Ansatz, bei dem nicht der körperliche, sondern der geistige Zustand des Bottom im Mittelpunkt des Interesses steht.

Techniken

Hauptkategorien

Bondage-Techniken unterteilen sich in sechs Hauptkategorien:

  • das Zusammenbinden von Körperteilen (beispielsweise mit Handschellen oder Seilen)
  • das Auseinanderspreizen des Körpers oder von Körperteilen (zum Beispiel am Andreaskreuz oder mit Spreizstange)
  • das Festbinden an andere Gegenstände (beispielsweise Andreaskreuz, Stühle oder Tische)
  • das Aufhängen des Körpers (umgangssprachlich Hängebondage oder suspension bondage)
  • die Bewegungseinschränkung (zum Beispiel durch Fesselrock, Humbler oder )
  • das Einpacken beziehungsweise Einwickeln einzelner Körperteile oder des ganzen Körpers beispielsweise mit Stoff, Klebeband oder Frischhaltefolie. Die Verwendung eines Fesselsacks oder Vakuumbetts gehört ebenfalls zu dieser Kategorie. Diese teilweise sicherheitstechnisch anspruchsvolle Form wird als Mumifizierung bezeichnet.

Techniken mit dem Seil

Eine weitere Einteilungsmöglichkeit für die Bondagetechniken mit Seilen ist über deren Verwendung in der Fesselung:

  • Wickelbondage entsteht durch das Umwickeln von Körper oder Körperteilen. Seile werden einfach um den Körper oder Körperteile gewickelt.
  • Weaving (engl. to weave=weben) beschreibt eine komplizierte Technik bei der das Seil meist in zwei Schritten angelegt wird, erst werden die Seile in Zickzack-Form auf dem Körper angebracht und anschliessend mit einem zweiten Seil durchwoben.
  • Doppelseiltechnik ist eine Möglichkeit mit einem doppelt gelegten Seil recht zügig viele, oft dekorative Windungen zu bilden.
  • Einseiltechnik ist eine sichere Technik, vor allem für zweckorientierte Fesselungen, die mit nur einem Seil durchgeführt wird.

Sprachgebrauch/Fesselungen

Innerhalb des amerikanisch-europäischen Bondage haben sich für bestimmte Fesselungen feststehende Begriffe entwickelt, wie in vielen Bereichen des BDSM ist auch in der deutschsprachigen und europäischen Subkultur die Verwendung englischsprachiger Begriffe weit verbreitet, obwohl etliche der Positionen (jap. kata) oder Knoten (jap. Musubime) ursprünglich aus dem asiatischen Bondage stammen. Beispiele für einige einfache Fesselungen sind der „Spread Eagle“ (engl. gespreizte Gliedmassen), bei dem alle Extremitäten ausgestreckt beispielsweise an den Bettpfosten befestigt werden, der „Hogtie“ (engl. Nutztierfesselung), der die Handgelenke hinter dem Rücken an das jeweils gegenüberliegende Fussgelenk fesselt oder „Teardrop“ (engl. Träne), bei dem die Handgelenke bauchseitig an die Fussgelenke fixiert werden. Häufig findet auch das Schrittseil (engl. crotch rope) für Erwähnung, bei dem ein Seil zwischen den Labien hindurch gezogen wird, um Druck auf die Genitalien auszuüben oder zu fixieren. Auch wenn innerhalb des deutschsprachigen BDSM eigene Bezeichnungen verwendet werden, sind die englischen meist bekannter und weitaus üblicher. Ein Beispiel ist Schmetterlingsstellung für den englischen Ausdruck Butterfly, bei der die Hände des auf dem Rücken liegenden Partners an die Fussgelenke gefesselt werden (ähnlich einem Frogtie).

Sonderformen

Japanisches beziehungsweise asiatisches Bondage

Das japanische Bondage oder Shibari ist die wichtigste Sonderform. Der Hauptzweck der japanischen oder auch asiatischen Bondage ist – neben der Immobilisation – das Schaffen eines „Gesamtkunstwerks“ aus Partner und Seil. Rigger, die ein hohes künstlerisches Niveau und Ausprägung anstreben, versuchen zwischen der Haltung des gefesselten Menschen und dem Seilmuster eine Übereinstimmung zu finden, die eine emotionale Aussage transportiert. Im Westen wird dieser Ansatz weniger berücksichtigt. Inzwischen findet der Begriff japanisches Bondage in Europa für alle Bondageformen Verwendung, die ein ästhetisches Moment beinhalten. Diese müssen nicht zwangsläufig nur östlichen Einflüssen entspringen. In der Reinform wird das Bondage ausschliesslich mit Hanfseilen (jap. Asanawa) durchgeführt, die Seilführung folgt bestimmten tradierten Regeln, so sollen Stricke möglichst parallel verlaufen, ohne Zwischenraum aneinander liegen und eng am Körper anliegen.

Über die Herkunft und Entwicklung des japanischen beziehungsweise asiatischen Bondage gibt es verschiedene Theorien. Eine geht davon aus, dass es sich um eine Weiterentwicklung des Kinbaku, Hojōjutsu oder der Ninjitsu-Technik handelt, die als Strafe für Verbrechen und zur Folter von Kriegsgegnern entwickelt wurde. Eine andere Theorie sieht den Ursprung dieser Bondageform in den mittelalterlichen Klöstern Japans, bei denen die Fesselungen zur Unterstützung der Meditation sowohl des Fesselnden als auch des Gefesselten eingesetzt wurden, ähnlich den Steingärten, die unablässig mit dem Rechen neugeformt werden. Dieser meditative Ansatz fehlt in der westlichen Adaption der japanischen Bondage fast völlig.

Andere Sonderformen

Weitere Sonderformen unterscheiden sich unter anderem durch selten verwendete Materialien und/oder eine spezielle Zielsetzung. Zum Beispiel wird beim Fadenbondage ausschliesslich leicht reissender Faden verwendet. Zweck der Fesselung ist das Einhalten einer bestimmten Position durch die Konzentration und den Willen des Gefesselten und nicht die tatsächliche Bewegungseinschränkung. Eine weitere Sonderform, die spezielle Techniken oder Wissen voraussetzt, ist die allgemein zum Mumifizieren zu rechnende Gipsbondage.

Materialien & Mittel

Verwendet werden kann jedes beliebige Material, mit dem sich jemand fixieren oder in seiner Bewegung einschränken lässt. Je nach Vorliebe und Nähe der Spielpartner zur BDSM-Szene kommen dabei Alltagsgegenstände oder spezielles Bondageequipment zur Verwendung. Eines der am häufigsten eingesetzten Mittel ist das verbale Bondage, diese können sowohl aktuelle situationsbezogene Befehle oder Anweisungen sein, oder innerhalb der Beziehung dauerhaft festgelegte Regeln darstellen können, die die Bewegungsfreiheit des passiven Partners begrenzen.

In Bereich des weniger von sadomasochistischen Praktiken geprägten Bondage und im Vanillasex finden oft alltägliche Materialien Verwendung, beispielsweise Seidentücher, Schals, oder Krawatten und Gürtel. Diese weichen Materialien werden darüber hinaus als Augenbinden genutzt, wobei es für diesen Zweck speziell hergestellte Augenmasken gibt, zum Beispiel Schlafmasken.

Seile

Neben Ketten sind Seile im Bereich BDSM als Mittel der physischen Fesselung stark verbreitet. In der westlichen Bondage kommen fast alle Seilarten zum Einsatz, darunter solche aus Baumwolle, Kunstfasern oder anderen Materialien. Im Gegensatz hierzu finden im Shibari fast ausschliesslich Hanf- und Juteseile Verwendung. Gerade im letzteren Bereich werden die Seile vor der ersten Anwendung häufig vorbehandelt, um sie möglichst weich und geschmeidig zu machen. Mitunter werden die verwendeten Seile geflämmt oder leicht mit Ölen benetzt. Im Umgang mit Seilen als Fesselmaterial sind neben den allgemeinen Verletzungen durch eine Fesselung auch Verbrennungen, die sogenannten rope burns möglich. Zur schnellstmöglichen destruktiven Befreiung aus Seilen wird eine Kleiderschere empfohlen.

Metall

Metall (häufig Edelstahl) wird im Bondage häufig verwendet, insbesondere als Handschellen, Fussschellen, Daumenschellen, Hooks (mit einseitig angebrachten Kugeln versehene Haken die in verschiedene Körperöffnungen eingeführt werden können) und Ketten, die häufig mit anderen Materialien kombiniert werden. Neben der hohen Zugfestigkeit des Materials und der Flexibilität, etwa durch den Einsatz von Karabinern, spricht Metall manche Menschen auch als wegen der typischen Rasselgeräusche und der Unnachgiebigkeit der Fesselung an. In den BDSM-Erzählungen und Comics werden Ketten oft mit historischen Folter- oder auch Gefängnisszenarien in Verbindung gebracht. Verwendet werden auch sogenannte Schnellfesseln oder Kabelbinder, die ebenfalls zu den harten Materialien zu rechnen sind. Diese Materialien können direkt auf der Haut deutliche Druckstellen hinterlassen und sind aufgrund ihrer Unnachgiebigkeit nur mit Vorsicht an Gelenken oder über längere Zeit anzuwenden. Ketten sollten aus geschweissten Kettengliedern bestehen, um sich nicht unter Belastung aufzubiegen.

/Latex/

Insbesondere Produkte aus Leder sind durch ihre Anschmiegsamkeit und Reissfestigkeit ein wichtiges Element im Bondage. Die Einfachheit der Pflege und die Möglichkeit, Leder problemlos beschaffen und verarbeiten zu können, machen Leder zu einem beliebten Material für selbst hergestelltes Bondageequipment. Manche Menschen bezeichnen Leder, Lack oder Latex als ihren und verwenden diese Materialien deshalb bevorzugt in ihren Fesselungen, dies können beispielsweise abschliessbare Manschetten, Gurte oder Halsbänder sein. Es gibt spezielle Bondagekleider, -hosen oder -säcke aus diesen Materialien, sowie entsprechendes Equipment für bestimmte , die zur Fesselung verwendet werden können, beispielsweise werden im Ponyplay Harnesse verwendet, die in nicht rollenspielgebundenen Fesselungen übernommen wurden.

Knebel/Masken

Im weiteren Sinne gehören Spiele mit Knebeln (engl. Gags) in den Bereich Bondage. Beliebt sind Ball-, Ring-, Bit- und Penisknebel in verschiedenen Grössen und Farben, sowie aufblasbare Ballonknebel. Als Knebel werden auch Klebeband (auch Tape oder Duct Tape genannt), Wäschestücke und Tücher, beziehungsweise Seidentücher verwendet. In Masken, die aus verschiedenen Materialien bestehen können, sind häufig auch Knebel eingebaut. Durch angebrachte D-Ringe oder Ösen kann die Maske selbst dazu dienen, den Kopf zu fixieren.

Andere Materialien

Weitere Materialien sind unter anderem Folien und Klebebänder, darunter das speziell für diesen Zweck konzipierte Bondage-Tape, aber auch die aus der Gymnastik bekannten elastischen Bänder. Zu dieser Gruppe gehört im weitesten Sinne auch die Frischhaltefolie, die für Mumifizierung oder Folienbondage verwendet wird.

Aus dem Klinikbereich wurden einige Materialien entlehnt, besonders die Zwangsjacke und ein Gurtsystem, dass der Fixierung unruhiger Patienten im Bett dient. Materialien wie selbstklebende Verbände und anderes Verbandmaterial finden meist nur in Verbindung mit dem Gesamtszenario der weissen Erotik Verwendung. Ein weiteres, eher selten verwendetes Material aus der Krankenhausumgebung sind Gipsbinden.

Zur Bewegungseinschränkung lässt sich aus dem Bereich der Kleidung und neben sehr engen Röcken das Korsett verwenden. Die Bewegungsfähigkeit kann auch durch High-Heels, insbesondere auch durch die extrem hohen Ballett Heels eingeschränkt werden, diese werden oft mit Vorhängeschlössern an den Füssen fixiert. Darüber hinaus gibt es etliche Kleidungsstücke, die heute überwiegend für Bondage genutzt oder dafür entwickelt wurden, beispielsweise den Fesselrock (abgeleitet vom Humpelrock) oder der Monohandschuh. Um ein umfassendes Gefühl des Gefesselt-seins zu erzeugen wird unter anderem der Bodybag oder das Vakuumbett verwendet. Neben dem Effekt des vollständigen Umschliessens ist das überwiegend verwendete Material Latex für sehr anregend.

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